Thema: ‘Sehnsucht’

Leidenschaftliche Hoffnungslosigkeit
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Wenn ich nicht weiß, in wen ich mich verlieben könnte, dann besinne ich mich einfach auf den Katalog meiner unerfüllten Herzschmerzeleien.

Dann ist mein Beuteschema ziemlich simpel:
Ich wähle das, was ich kenne und jage den, den ich nicht haben kann.

Eine gefährliche Mischung, wenn sich beides in einer Person vereint.
Ein perpetuum Mobile der leidenschaftlichen Hoffnungslosigkeit.

Das beschäftigt mich dann wieder für eine Weile und auch meine Playlist an tieftrauriger Musik findet so endlich wieder Verwendung.

Wenig ist stärker als alte Gefühle. Diese Sehnsucht, die Tagträumereien, die Gedanken an ihn, die Hoffnung auf eine Zeit, in der wir endlich glücklich zusammen sind.

Es webt ein Seil, das uns von je her verbunden hat und mit der Zeit immer immer stärker wurde: Vertrautheit umwickelt von Sehnsucht, unerfülltes Verlangen durchstochen von Aussichtslosigkeit.

Das Band bleibt, bleibt, bleibt, bleibt. Denn wenn es sich auflöst, durchtrennt oder plötzlich verschwindet, dann bin ich wieder allein.

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Du bist es nicht. Offensichtlich.
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Geschockt starre ich in ein Gesicht, da auf dem Bildschirm.
Ich beginne zu zittern. Dabei bin ich eigentlich ruhig. Totenstarr.
Als hätte ich ein Gespenst gesehen, besser gesagt: Dich.

Doch du bist es nicht. Offensichtlich.
Er sieht dir nicht ähnlich, aber er ähnelt dir so unglaublich.
Der gesenkte Kopf beim Reden, diese nachdenkliche, verträumte Art, dann wieder der aufmerksame Blick.
Seine tiefen, dunklen Augen, traurig und voller Geheimnisse, sie schauen mich direkt an.
Das Zittern wird zu einem Beben. Nicht ich wackele, sondern mein Zimmer, die Wände.
Sie beben. Vor Anspannung. Ich erkenne Dich – und alle alten Gefühle flammen wieder auf.

Er ist wie du. Ich glaube es nicht. Er ist wie du.
Es ist, als ob du mich anschaust, als ob ich dir wieder gegenüber sitzen würde, wieder mit dir reden könnte.
Ihr sagtet, ich wäre jemand, den ihr küssen würdet. Zärtlich, auf einer Party.
Ihr seid nicht die selbe Person, doch eine Eigenschaft ist euch gemein: ihr seht keine Zukunft mit mir.
Doch nur er sagte mir unmittelbar ins Gesicht, dass er jemand anderes suche. Nicht mich.

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Der Schlüssel der Pandora
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Seit Wochen kein Wort gesprochen,
Sekunden werden zu Stunden
Anschreiben, mich melden.
Ich will es. so sehr.
Doch die Büchse der Pandora ist zu.
Sie trägt die Hoffnung in sich. Doch auch alles Schlechte meiner Welt.
Ich will wissen, wie es dir geht. Doch dich zu treffen, wird mein Verderben sein.
Egal, wie weit wir voneinander getrennt sind. In Gedanken trage ich dich bei mir.
Das muss reichen. Ich darf es dir nicht sagen, sonst ist es um mich Geschehen.

Ich stürze mich in meinen Untergang, zu groß ist die Versuchung.
Jedes Mal aufs Neue.

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14. Dezember: Schwermütig an manchen Tagen
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Durchhalten, warten auf Erfolg. Im Minutentakt den Kontostand prüfen, oder das Gayromeo-Postfach. Je nachdem, wo die Prioritäten liegen.
Hat man das eine, fehlt das andere. Oder man fühlt sich leer, weil alles fehlt.
An manchen Tagen ist man einfach etwas schwermütiger.
Hoffen, weiteratmen, weitermachen.

Heute im Dipolschen Adventskalender: “Broken” ein Musikvideo zum gleichnamigen Song von Lighthouse.

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Wellenreiten
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Mein Kopf ist ein Ozean, jede Welle ein Gedanke.
Dort draussen suche ich nach intelligentem Leben, nach anderen Suchenden.
Er steht am Strand, als Rettungsschwimmer, den Blick immer aufs Meer gerichtet.

Er bekommt von meiner Suche nicht viel mit. Ich habe ein paar mal versucht, den Sinn genauer zu erklären, es aber bald bleiben lassen. Er ist von mir fasziniert, aber sein Körper ist das einzige, das mich an ihm interessiert.

Oh, er ist so heiss. Wie die Wüste in seinem Kopf.

Aber was er zu bieten hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich. Er ist ein Mann, der Taten für sich sprechen lässt. Er springt ins Wasser und rettet mich, wenn ich in meinen Gedanken zu ertrinken drohe.

Das klappt recht gut und mir passiert das leider oft. Sein Glück für ihn: sobald er seine Hose ausgezogen hat, setzt auch bei mir der Verstand aus. Dann vögeln wir geistig auf der gleichen Wellenlänge.

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Kissenschlacht
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Du sagst, es geht dir nicht gut. Du hast Probleme beim Einschlafen. Gedanken quälen dich. Erinnerungen, Ängste, Sehnsucht. Du fragst, ob es mir ähnlich geht.

Ich frage: Meinst du sowas wie nachts heulen und stumm schreien und aufs Kissen einprügeln und noch mehr heulen, bis man merkt, dass sich auch dadurch nichts ändert?

Ist es so, dass das Ganze dann immer mehr an Bedeutung verliert, je mehr du darüber nachdenkst, weil du Dafür und Dagegen solange gegeneinander aufhetzt, bis sie sich ungewollt einfach im Nichts auflösen?

Hast du dann nur noch feuchte Augen, kannst aber nicht mehr weinen, weil der Grund zwar da, aber mit einem Mal einfach verschwunden ist, vielleicht verdrängt vom Unterbewusstsein?

Und du den Kopf wieder aufs nasse Kissen legst, schlafen willst und die Gedanken kreisen sich nur noch um diesen feuchten Fleck, auf dem deine Wange liegt?

Und der einzige Grund, warum du noch nicht schlafen kannst, der ist, dass das dumme Kissen nass geworden ist?

Meinst du das, frage ich?

Du nickst.

Ich verneine.

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Dipolisation: Mittendrin kalt.
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Die lauben Blätter fallen und die kalten Tage werden kürzer. Und wenn ich dann noch von der Brücke meines Heimatortes aus die hellen, blinkenden, rotierenden Lichter aus der Nachbarstadt sehe, dann weiß ich: Der Jahrmarkt ist da – und mit ihm der Herbst.

Die Stadt verwandelt sich, die Lichter erhellen sie. Menschen kreischen, aus Spaß an der Freude. Menschen drängen sich, reihen sich ein, steigen auf. Ins Karussell, in die Teetassen, ins Riesenrad.

Vor mir steht sie, türmt sich auf: Die Achterbahn der Gefühle. Hinter mir: ein Jahr, das zu Ende geht. Mittendrin ich. Meine Hände kalt. Und niemand, der sie wärmen kann.

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Das Gesamtpaket
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In der Schule gibt es viele heiße Jungs, die haben sogar was in der Birne.
Leider sind sie nicht schwul.

In der Szene gibt es viele schwule Jungs, ein paar davon sehen auch noch sehr gut aus.
Leider haben sie nichts in der Birne.

Es gibt auch viele intelligente Jungs, die schwul sind.
Leider sind die dann nicht wirklich heiß.

Es gibt auch heiße Jungs, die schlau sind.
Leider nehmen die es etwas mit Schwulsein zu genau.

Und dann gibt es da diesen einen Kerl, der schlau, intelligent, verdammt sexy ist und obendrein noch schwul.
Warum er nach der gemeinsamen Nacht nicht mehr angerufen hat, ist mir unbegreiflich.

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