Ich habe ein Mikrofon, bin betrunken und gestehe.
4

Durch die Dunkelheit hallen meine Schritte, das Holz knarzt, als ich die Bühne betrete.
Es blendet auf, das Scheinwerferlicht, beleuchtet mich frontal.
Ich habe ein Mikrofon, bin betrunken und gestehe.

Macht doch was ihr wollt!
Es betrifft mich nicht, denke ich oft. Denn ich bin anders.
Nicht so wie ihr!
Ich kenne euch nicht und will eigentlich auch nichts mit euch zu tun haben.
Klar, ich mag Gesellschaft, am liebsten in starken Armen, in denen ich mich geborgen fühlen kann.
Aber ich bin überzeugt, dass ich mich mit keinem von euch so fühlen kann.
Lasst mich allein, denn ich bin allein!

Kein Applaus, nur Stille. Ist das Publikum anwesend?
Ich weiß nicht wohin, ich weiß nur: wenn ich jetzt hier stehen bleibe, komme ich nie mehr fort.

0 Kommentare

Rießenschwanz
2

0 Kommentare

Du bist
1

Ich sehe dich an, ich erkenne dich. Ich gestehe dir Überlegenheit zu. Coolness. Unabhängigkeit von anderen und ganz besonders von mir. Du brauchst mich nicht. Du hast schon viel mehr. Ich schau zu dir auf. Du hast das, was ich haben möchte. Du bist, wie ich sein will.

Du brauchst mich nicht.
Aber du willst mich. Mich, der ich dir unterlegen bin. Alles, was ich bin und je sein werde, ist der Versuch, dir das Wasser zu reichen.

Doch du willst mich. Etwas, das nicht so toll und großartig ist, wie du selbst.

Du gestehst mir deine Gefühle. Du gibts dich mit mir zufrieden.

Hast keinen Geschmack? Hasst du dich so sehr, dass ich dir gut genug bin?
Du zeigst Gefühle, du bist schwach. Was will ich mit so einem Weichei?

0 Kommentare