Dummteuse
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Kleine Mädchen (und ach, auch die kleinen Jungs), sie alle fliegen auf wilde Kerle. Sie warten nur darauf zum Löwenbändiger, Tigerzähmer oder Bärenreiter zu mutieren. Sie wollen einen wilden Kerl, einen richtigen Mann.

Einen mit ner harten Schale – und einem weichen Kern. Sie wollen ihn knacken, ihn bändigen, ihn zähmen. Nur ihnen wird er sein Innerstes offenbaren, sein wahres Ich zeigen und seine intimsten Gefühle mit ihnen teilen.

Sie haben den Anspruch, die ersten und einzigen zu sein, denen das gelingen wird. Es sollen ihre Leinen sein, die an seinem Halsband angebracht werden.

Es gibt ein wildes Getöse, wenn sie alle mit ihren Kerlen auf der Straße stolzieren. Anfangs hört es sich noch an wie ein tierisches Gebahren – doch sobald er ihre Sprache spricht, verstehen sie das Begehren.

Die Kerle bellen sich und ihre Herrchen nicht gegenseitig an, nein. Sie sagen sich: “Hallo.
Schön, dich wiederzusehen.”

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Wie es geht
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[lang_de]“Wie gehts?” ist wohl so ziemlich die erste Frage, die ich gestellt bekomme, wenn ich jemand Neues kennenlerne.Anschließend entwickeln sich die Gespräche in die unterschiedlichsten Richtungen. Ich erzähle von mir, da ich nicht gerne Fragen stelle. Ich erzähle von mir, weil ich nicht gerne auf Fragen antworte. Ja, das hängt wohl mit einander zusammen. Ich merke, wenn es jemandem nicht so gut geht – aber ich habe zuviel Respekt, gleich in der Wunde zu bohren. Denn ich dies tue, so tue ich es gründlich. Ist der Knochen erreicht, bin ich zufrieden und höre auf. Vermutlich lindert das nicht unbedingt die Schmerzen meines Gegenübers. Deshalb, wie gesagt, stelle ich nicht gerne Fragen.Es steht der Person frei, das zu erzählen, was sie mir erzählen möchte.
Ich schenke jeder neuen Person einmal mein uneingeschränktes Vertrauen.
Ich stelle nur diese eine Bedingung: “Sei du selbst.”Du musst mir nichts beweisen. Und ich merke es, wenn du mir etwas vormachst. Wenn du dir selbst etwas vormachst, merke ich es sogar noch dir. Im Gegenzug bekommst du mich. Ich reiche dir mehr als den kleinen Finger, ich strecke dir die Hand hin und lade dich ein, ein Stück mit mir zu gehen.So merken wir beide, ob unser Tempo das gleiche ist. Ob wir miteinander Schritthalten können.
Doch sei gewarnt, Fremder! Hintergangen werde ich nur einmal. Wagst du es, mich zu hintergehen, mein Geschenk mit Füßen zu treten, mich zu drängen, schneller zu laufen oder mich gar zurückhalten zu wollen, so trennen sich unsere Wege. Da bin ich konsequent. Ich vertraue dir ganz, oder gar nicht. Ich begleite dich, doch gibts du mir Grund, dir zu misstrauen, oder bringst du mich gar zu Fall, so wirst du aus diesem Königreich verbannt – und wirst fortan nie mehr willkommen sein.[/lang_de]

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Der Richtige IV
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Alle sind sie auf der Suche nach der großen Liebe. Dem Typ, der dem eigenen Leben einen Sinn gibt. Der, für den es sich zu Leben lohnt. Er soll das eigene Leben besser machen, die Probleme lösen.

Und einige suchen nach dem, der nicht nur sagt: “Ich liebe dich”, sondern auch: “Ich habe einen Job für dich.”

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DU da
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Du forderst nichts von mir, du gibts. Du förderst mich und unterstützt meine Bemühungen. Durch dich werde ich zu einem besseren Menschen. Durch dich werde ich mehr “ich”, als ich es je gewagt hätte zu sein.

Meine Selbstzweifel verschwinden, ich merke: “Ich” zu sein ist nichts schlechtes. “Ich” zu sein, ist sogar das einzige, das ich sein kann, denn genau dieses Ich ist es, das zu so liebst. Ich brauche mich nicht zu verstellen, nur um mir am Ende selbst (nicht) zu gefallen.

Du hälst meine Hand, ohne mich zurückzuhalten. Du reißt mich mit, ohne mich ins Straucheln zu bringen.

Dabei bist du gar nicht das, wovon ich immer geträumt habe. Du bist viel mehr. Du übersteigst meine Vorstellungskraft. Und ich stelle erstaunt fest: Du bist auf deine Weise fasziniert von mir.

Du bist ein Rätsel, dass mich jeden Tag aufs Neue fragen lässt: “Womit habe ich dich verdient?” Dabei offenbarst du mir die Gewissheit, dass die Antwort in mir selbst zu finden ist.

Du bist viel mehr Sein als Schein. Du bist ein Mysterium, dass es zu ergründen gilt. Ich schaue mir Fotos an von dir, alte Fotos, die Jahre vor mir enstanden. Sie zeigen dich, und doch ist es, als betrachte ich eine völlig andere Person. So wunderbar… damals schon. Auch ohne mich.

Du hast eine Vergangenheit. Aber haben wir eine Zukunft?

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DIPOLISATION #4: Beziehungsweise
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Neulich auf einer Party kam mir wieder eine Frage in Sinn, über die ich schon des öfteren nachgedacht habe: Woran erkennt man den Richtigen? Wie müsste er sein?

Reicht allein das Aussehen? Genügt ein trainierter Körper, mit wenig Fett und der richtige Menge an Muskeln? Darf man Abstriche beim Gesicht hinnehmen? Sticht ein süßes Lächeln jeden Babyspeck aus? Oder stülpt man dort eine Tüte drüber und ergötzt sich dafür an überdimensionalen Herrlichkeiten?

Sind alle gutaussehenden Jungs nicht sowieso nur an Spaß interresiert, ohne sich je Ernsthaft für eine Beziehung hergeben zu wollen? Konzentriert man sich, als Beziehungssuchender, also eher auf die inneren Werte? Ist Treue das höchste Gut? Je besser der Kerl aussehe, desto leichter geriete ohnehin er in Versuchung.
Gräbt man lieber nach dem scheuen Schönling? Gibt man sich mit dem törichten Treuling zufrieden, der es nicht einmal wagen würde, andere Jungs auch nur anzusehen?

Wie sehr dürfen sich die inneren Werten gleichen? Zwar muss auf der einen Seite Übereinstimmungen geben, aber es kann auf der anderen Seite schnell zur Verhärtung an den Fronten kommen, wenn sich zwei Stierköpfe die Hörner wund schlagen.
Darf er wissen, was ich denke? Will ich überhaupt wissen, was er denkt? Ist Wissen nicht eine Entmythisierung seiner Person? Soll er nicht so lange wie möglich interessant bleiben? Die Beziehung frisch halten?

Darf er mich zum Lachen bringen? Wie viel Kind, Clown und Draufgänger verträgt sich mit den ernsthaften, nachdenklichen und verletzlichen Charakterzügen, die er zu verbergen versucht – und die er natürlich seinerseits nur “dem Richtigen” offenbart?

Oder ist alles im Grunde egal – Aussehen, Charakter, Alter – solange er nur genug Kohle hat? Lifestyle, Autos, Reisen, Geschenke – lässt sich so “Liebe” in Zahlen ausdrücken? Profitorientierte Liebe – wackelt da nicht gerade in Zeiten einer Finanzkrise das geliebte Fundament?

Für den perfekten Kerl ist es wohl die richtige Mischung aus allem. Je weniger Abstriche man machen muss, umso besser, umso perfekter. Oder ist am Ende nicht jede Überlegung und Vorstellung nichtig?

Man merkt, ja weiß es doch, wenn der Richtige plötzlich vor einem steht.

Auf diesen Gedankengang folgte eine weitere, viel beängstigendere Frage: Was, wenn man den perfekten Kerl endlich gefunden hat? Einem mit jedem Treffen klarer wird: ER ist es. Niemand anderes war und wird je an ihn heran kommen. Jedes Techtelmechtel, jeder Flirt, jede andere Beziehung wird immer in seinem Schatten stehen? Mit jedem Kuss wirst du daran erinnert, dass dieser Kuss sich nicht “richtig” anfühlt, sondern falsch. Du küsst also den Falschen.

Und was machst du, wenn der perfekte Kerl vor dir steht – und du ganz genau weißt: Ihr werdet verdammt nochmal nie zusammensein?

Dann tut es jeder andere, jeder Falsche. Und siehe da: Die Party ist voll ihnen.

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