Thema: ‘Gedanken’

Aus Mangel an Alternativen
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Kalt wird es nachts. Ich habe lange ohne Dich gefroren. Mir warme Gedanken gemacht.
Gezittert habe ich jedoch immer.
Wenn es ungewiss war, ob ich dich heute wieder sehen würde.
Wenn ich dich dann erblickte und du dich, wie in Zeitlupe, auf mich zubewegt hast.
Wenn ich mich nicht traute, viel zu sagen, es aber trotzdem schön fand, in deiner Nähe zu sein.

Heute könnte ich mich mal wieder verlieben. In dich.
Du bist kein Model. Du bist alles, wovon ich nie zu träumen gewagt habe.
Aus Mangel an Alternativen friere ich noch immer.

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Vereinsarm
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Ich warte auf den einen, mit dem die Einsamkeit erträglich wird. Frust.
Ich bin gefrustet. Ich muss es mal so deutlich sagen,
sonst denkt wieder jemand, hinter einer Metapher schreie ich eigentlich nur laut “FICKEN”.
Nein, das tue ich nicht. Ich will eigentlich nur meine Ruhe.
Genau. Lasst mich bitte in Ruhe. Danke.

Halt. Moment.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Menschen mag.
Ich mag sie, aber nicht dauernd.
Und auch meist dann nur, wenn ich gute Laune habe
und / oder ich gerade etwas tolles gegessen habe
(hängt evt mit dem Blutzuckerspiegel zusammen, ich bin kein Arzt).
Oder sich mein generell lebenswert anfühlt.
Wenn ich mich wertvoll fühle.
Wertvoll genug, um gute Laune zu habe, sie nicht nur zu heucheln.
Lächeln kostet mich nichts, nur Kraft.

Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht dauernd meine Augen offen,
als scannte ich nicht jeden Körper, jedes Gesicht und (so gut es geht) jeden Geist.
Charakter, oder wie man das nennt.
So ein einfacher Scan, darin bin ich recht gut, wenn auch nicht perfekt,
ergab leider bisher: nichts.

Nichts in Reichweite, nichts greifbares, alles unerreichbar,
furchtbar weit weg, oder nicht gewillt oder einfach zu feige.
Mehr als betteln kann ich nicht, aber dem bin ich überdrüssig,
davon habe ich mich emanzipiert.

Was nützt mir eine gewünschte Beziehung, die in meinem Kopf so hoch perfekt ist,
und sie in der Realität mehr als “gut genug” wäre,
doch das reale Gegenstück mir ein einziges Signal sendet: nämlich keins.
Warten kostet mich nichts, nur Zeit.

Aber es erspart mir die Enttäuschung,
die kommt nämlich erst, wenn das Warten vorbei ist:
Wenn endlich, wie in Zeitlupe, die Illusion auf dem Boden der Tatsachen zerschellt ist.
Wenn sich alles auflöst und alle Mühe, alle Kraft, alle Arbeit, alle Hoffnung
- alles sich als das entpuppt, was es war: nämlich nichts.

Was ich sagen möchte, aber nicht dir im speziellen und schon gar nicht euch im Allgemeinen: Ich bin so schrecklich einsam. Und keiner da, der das ändern darf.

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Der Schlüssel der Pandora
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Seit Wochen kein Wort gesprochen,
Sekunden werden zu Stunden
Anschreiben, mich melden.
Ich will es. so sehr.
Doch die Büchse der Pandora ist zu.
Sie trägt die Hoffnung in sich. Doch auch alles Schlechte meiner Welt.
Ich will wissen, wie es dir geht. Doch dich zu treffen, wird mein Verderben sein.
Egal, wie weit wir voneinander getrennt sind. In Gedanken trage ich dich bei mir.
Das muss reichen. Ich darf es dir nicht sagen, sonst ist es um mich Geschehen.

Ich stürze mich in meinen Untergang, zu groß ist die Versuchung.
Jedes Mal aufs Neue.

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Bäumchen oute dich
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Wir alle sehen uns nach festen Regeln, wollen uns darauf verlassen können, dass die Dinge am nächsten Morgen noch die Gleichen sind.
Beziehungsverhältnisse, Zustände, am Besten wäre, wenn alles in Stein gemeißelt wäre.

Dabei verändert sich alles. Tag für Tag – manchmal von einer Sekunde zur anderen. Wir haben Angst vor Veränderung, denn wir können sie nicht kontrollieren und uns auch oft nicht darauf vorbereiten.

Schwul ist schwul, hetero bleibt hetero. Undenkbar, dass sich der beste Freund plötzlich outet. “Sowas wird nicht passieren.” Man predigt Toleranz und Offenheit, steckt aber selbst in konservativen Denkschemata, wenn es um die sexuelle Orientierung langjähriger Freunde geht. Denn diese Veränderung würde unsere Welt auf den Kopf stellen.
Und wir fallen aus allen Wolken, wenn es die beste Freundin tut.

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Wellenreiten
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Mein Kopf ist ein Ozean, jede Welle ein Gedanke.
Dort draussen suche ich nach intelligentem Leben, nach anderen Suchenden.
Er steht am Strand, als Rettungsschwimmer, den Blick immer aufs Meer gerichtet.

Er bekommt von meiner Suche nicht viel mit. Ich habe ein paar mal versucht, den Sinn genauer zu erklären, es aber bald bleiben lassen. Er ist von mir fasziniert, aber sein Körper ist das einzige, das mich an ihm interessiert.

Oh, er ist so heiss. Wie die Wüste in seinem Kopf.

Aber was er zu bieten hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich. Er ist ein Mann, der Taten für sich sprechen lässt. Er springt ins Wasser und rettet mich, wenn ich in meinen Gedanken zu ertrinken drohe.

Das klappt recht gut und mir passiert das leider oft. Sein Glück für ihn: sobald er seine Hose ausgezogen hat, setzt auch bei mir der Verstand aus. Dann vögeln wir geistig auf der gleichen Wellenlänge.

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Wir gehn zusammen den Gang der Gedanken
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Ich möchte nicht, dass du mir sagst, ich würde mir zuviele Gedanken machen. Das gehört zu mir, so bin ich nun einmal. Du siehst die Dinge anders, gehst sie lockerer an. Das mag für dich gut funktionieren, aber so bin ich nun einmal nicht.

Ich möchte nicht, dass du versuchst, mich davon abzulenken. Ich mag keine anderen Gedanken haben. Nicht, solange da noch nicht zu Ende gedachte Gedanken warten. Am Ende sprudeln sie nur doch wieder hervor. Und es macht mich ganz verrückt, wenn du so tust, als wären sie nicht da.

Ich möchte, dass mich verstehst, meine Sorgen teilst. Mit mir den Gedankengang zu Ende gehst. Und am Ende auch die Eier hast, mir zu sagen: “Ja, das ist echt eine schöne Scheisse.”

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Rückwärts gehend
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Aus Erfahrungen kann man lernen. Aus den eigenen – und wenn man klug ist, auch aus denen von anderen. Das Alter mag ja in vielen Bereichen in einem negativen Licht stehen, in einem jedoch ganz bestimmt nicht: Je älter man wird, desto mehr Erfahrungen sammeln sich an.

Ich blicke gerne zurück und schaue, was ich schon so alles erlebt habe. Glückliche Momente, traurige Stunden. Im Nachhinein vermag ich nicht mehr zu sagen, was nun wirklich überwogen hat. Ich schmücke sie mir aus und biege sie mir zurecht. So, wie ich es im Nachhinein gerne gesehen hätte.

Ach, wie gerne lebe ich in der Vergangenheit. So vieles ist passiert und noch mehr hätte passieren können. Aus einer einzigen Nacht werden Tage, aus einem Tag eine ganze Woche. Nur du und ich, nur ich und du. Lange Gespräche werden endlos. Wir, schon immer zusammen.

An die Zukunft denke ich ungern. Denn es könnte sein, dass du dich darin schon morgen aus ihr verabschiedest.

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Beziehungsklausur
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Ist es zu früh, jetzt schon über eine Beziehung nachzudenken?

Ist es überhaupt je zu früh dafür? Eigentlich sollte man doch von Anfang an daran denken, schließlich muss man mit jeder Macke im Ernstfall sein Leben verbringen.

Man sollte überhaupt frühzeitig planen, vielleicht etwas Geld sparen, ein Haus bauen. Sicherheiten schaffen, etwas zur Seite legen. Sport treiben, einen guten Job haben. Gesund essen, um möglichst lange zu leben.

Zeit haben, Zeit nehmen, sich genug Zeit lassen.
Aber nicht zu viel, denn sonst ist es zu spät.

Wir kennen uns jetzt schon ein Jahr – wie wärs mal mit einem Date?

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Helmpflicht ©
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Meine Gedanken sind frei, aber dennoch gehören sie mir!Sie sind von unermesslichem Wert, das einzige, was ich habe – meine einzige Schwachstelle.Deshalb muss ich sie beschützen.

Doch um zu überleben, muss ich sie mit anderen teilen.Ich muss mich durch sie offenbaren, damit andere sehen, dass ich existieren. Ich bin, denn ich denke. Ich denk, weil ich fühle. Ich fühle, weil ich lebe.
Doch ich darf ihnen nicht das Werkzeug in die Hand geben, ihnen nicht erklären, wie sie es gegen mich verwenden können.

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DU da
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Du forderst nichts von mir, du gibts. Du förderst mich und unterstützt meine Bemühungen. Durch dich werde ich zu einem besseren Menschen. Durch dich werde ich mehr “ich”, als ich es je gewagt hätte zu sein.

Meine Selbstzweifel verschwinden, ich merke: “Ich” zu sein ist nichts schlechtes. “Ich” zu sein, ist sogar das einzige, das ich sein kann, denn genau dieses Ich ist es, das zu so liebst. Ich brauche mich nicht zu verstellen, nur um mir am Ende selbst (nicht) zu gefallen.

Du hälst meine Hand, ohne mich zurückzuhalten. Du reißt mich mit, ohne mich ins Straucheln zu bringen.

Dabei bist du gar nicht das, wovon ich immer geträumt habe. Du bist viel mehr. Du übersteigst meine Vorstellungskraft. Und ich stelle erstaunt fest: Du bist auf deine Weise fasziniert von mir.

Du bist ein Rätsel, dass mich jeden Tag aufs Neue fragen lässt: “Womit habe ich dich verdient?” Dabei offenbarst du mir die Gewissheit, dass die Antwort in mir selbst zu finden ist.

Du bist viel mehr Sein als Schein. Du bist ein Mysterium, dass es zu ergründen gilt. Ich schaue mir Fotos an von dir, alte Fotos, die Jahre vor mir enstanden. Sie zeigen dich, und doch ist es, als betrachte ich eine völlig andere Person. So wunderbar… damals schon. Auch ohne mich.

Du hast eine Vergangenheit. Aber haben wir eine Zukunft?

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