Thema: ‘Frust’

Warum ich keinen Freund habe
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Ich bin zu wählerisch. Ganz einfach. Ich habe Ansprüche, so wie ihr. Aber ich halte mich selbst nicht für eine Prinzessin.
Ich bin vieles, aber ich bin garantiert nicht dein Traumprinz, dein Retter auf dem Schimmel.

Scheiss auf diese Floskeln, die ich in all euren Profilen lese: Er solle Erfahrung haben, wissen, was er will, euch sagen, wo es lang geht, immer für euch da sein. Gleichzeitig aber soll er noch alle Freiheiten der Welt gewähren, über die eigenen Fehler hinwegsehen und verzeihen. Der euch die Welt nicht nur erklärt, sondern sie euch auch zeigt, euch endlich mal ans Tageslicht zerrt und zwingt, Sport zu treiben, weil ihr selbst den Arsch nicht hochbekommt.

Schluss mit eurem hoffnungslosen Schluchzen und dem Jammern, dass man euch doch endlich eines Besseren belehren solle. Nicht, dass ich etwas per se dagegen habe, ich fühle mit und fülle mit diesen Themen seit Jahren meinen Blog. Her mit positiven Eigenschaften. Man verkauft sich nicht, in dem man sagt, was man nicht kann. Bei der Selbstdarstellung gibt es eine goldene Regel: niemals etwas negatives über sich schreiben und auch keine Verneinungen benutzen. Seid positiv, das negative Gerade übernimmt euer Ex auch ohne, dass ihr das extra ins Profil schreibt.

Ein Übermensch, der Beruf im Erfolg hat und einen durchtrainierten Körper, der auf alles verzichtet, was essbar ist und schmeckt, damit er für euch geil aussieht, während er euch die Schokosoße auf die Plauze träufelt und ihr ihm die Schlagsahne aus den Achseln leckt.

Und natürlich muss er auch noch gut im Bett sein. Also, richtig gut. Oh, ja! Guter Sex passiert, wenn man den Richtigen erwischt. Wenn die Umstände passen. Oder, wenn man nach einer Party besoffen genug ist.
Mag der Schwanz auch noch so groß sein, die Gefühle, die man für eine Person empfindet, zählen mehr als jeder Zentimeter. Guter Sex passiert im Bett, geiler Sex geschieht im Kopf.

Es gibt einfach Menschen, da kribbelt es im Bauch. Das mag ungewohnt sein, aber ich hoffe, ihr habt das schonmal erlebt. Ich habe es. Es war so ungewohnt, dass ich glaubte, mir würde gleich schlecht.

Er soll mich nicht retten, das habe ich selbst hinbekommen. Er soll mich auch nicht zu einem besseren Menschen machen. Ich kann das selbst.

Ich habe lange versucht, all diesen oben genannten, teils widersprüchlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich muss sagen, ich bin auf einem verdammt guten Weg, aber wozu? Ich will mich nicht für ihn verändern müssen. Ich will nicht auf seine Anerkennung und sein Wohlwollen angewiesen sein. Ich habe mich mittlerweile selbst zu schätzen gelernt. Und ich habe Menschen schätzen gelernt, die mich von Anfang an schon so gemocht haben, wie ich bin.

Das Schwere ist nicht, große Ansprüche zu haben und sich das heraus zu picken, was einem gefällt und es dann fallen zu lassen, sobald es schwierig wird. Aber was weiß ich schon. Ich habe keinen Freund.

Ich bin zu wählerisch? Wenn ich mir das recht überlege, scheint es mir eher, als hätte ich gar keine Wahl.

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Leidenschaftliche Hoffnungslosigkeit
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Wenn ich nicht weiß, in wen ich mich verlieben könnte, dann besinne ich mich einfach auf den Katalog meiner unerfüllten Herzschmerzeleien.

Dann ist mein Beuteschema ziemlich simpel:
Ich wähle das, was ich kenne und jage den, den ich nicht haben kann.

Eine gefährliche Mischung, wenn sich beides in einer Person vereint.
Ein perpetuum Mobile der leidenschaftlichen Hoffnungslosigkeit.

Das beschäftigt mich dann wieder für eine Weile und auch meine Playlist an tieftrauriger Musik findet so endlich wieder Verwendung.

Wenig ist stärker als alte Gefühle. Diese Sehnsucht, die Tagträumereien, die Gedanken an ihn, die Hoffnung auf eine Zeit, in der wir endlich glücklich zusammen sind.

Es webt ein Seil, das uns von je her verbunden hat und mit der Zeit immer immer stärker wurde: Vertrautheit umwickelt von Sehnsucht, unerfülltes Verlangen durchstochen von Aussichtslosigkeit.

Das Band bleibt, bleibt, bleibt, bleibt. Denn wenn es sich auflöst, durchtrennt oder plötzlich verschwindet, dann bin ich wieder allein.

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Ein Geschenk von Herzen
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Das kleine, selbstzerstörerische Mädchen zitterte, das blutende Messer in ihrer Hand tropfte die Fließen voll.
Die ganze Zeit über trug sie es in sich, nun hielt sie es in der Hand, fühlte die letzten Pumpenschläge. Schwächlich und kaputt war es, abgenutzt.

Sie hatte es zu oft versucht zu verschenken, doch bekam es immer gleich wieder zurück. Sie sinnierte über den Grund der Rückgabe, betrachtete den roten Klumpen: attraktiv sah er nicht aus. War wohl nicht gut genug gewesen, das dumme Ding.

“Damit ist nun Schluss”, dachte sie sich, zermetzelte das nun nicht mehr schlagende Fleisch, tat die Fetzen einzeln in winzige Geschenkpakete, band ein Bändchen drum und schickte es wieder an all die Nicht-Ex-Freunde, die ihr Herz über die Jahre verschmäht hatten.

Und die Moral von der Geschicht? Für die große Liebe reichte sie nicht.

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Vereinsarm
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Ich warte auf den einen, mit dem die Einsamkeit erträglich wird. Frust.
Ich bin gefrustet. Ich muss es mal so deutlich sagen,
sonst denkt wieder jemand, hinter einer Metapher schreie ich eigentlich nur laut “FICKEN”.
Nein, das tue ich nicht. Ich will eigentlich nur meine Ruhe.
Genau. Lasst mich bitte in Ruhe. Danke.

Halt. Moment.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Menschen mag.
Ich mag sie, aber nicht dauernd.
Und auch meist dann nur, wenn ich gute Laune habe
und / oder ich gerade etwas tolles gegessen habe
(hängt evt mit dem Blutzuckerspiegel zusammen, ich bin kein Arzt).
Oder sich mein generell lebenswert anfühlt.
Wenn ich mich wertvoll fühle.
Wertvoll genug, um gute Laune zu habe, sie nicht nur zu heucheln.
Lächeln kostet mich nichts, nur Kraft.

Es ist ja nicht so, als hätte ich nicht dauernd meine Augen offen,
als scannte ich nicht jeden Körper, jedes Gesicht und (so gut es geht) jeden Geist.
Charakter, oder wie man das nennt.
So ein einfacher Scan, darin bin ich recht gut, wenn auch nicht perfekt,
ergab leider bisher: nichts.

Nichts in Reichweite, nichts greifbares, alles unerreichbar,
furchtbar weit weg, oder nicht gewillt oder einfach zu feige.
Mehr als betteln kann ich nicht, aber dem bin ich überdrüssig,
davon habe ich mich emanzipiert.

Was nützt mir eine gewünschte Beziehung, die in meinem Kopf so hoch perfekt ist,
und sie in der Realität mehr als “gut genug” wäre,
doch das reale Gegenstück mir ein einziges Signal sendet: nämlich keins.
Warten kostet mich nichts, nur Zeit.

Aber es erspart mir die Enttäuschung,
die kommt nämlich erst, wenn das Warten vorbei ist:
Wenn endlich, wie in Zeitlupe, die Illusion auf dem Boden der Tatsachen zerschellt ist.
Wenn sich alles auflöst und alle Mühe, alle Kraft, alle Arbeit, alle Hoffnung
- alles sich als das entpuppt, was es war: nämlich nichts.

Was ich sagen möchte, aber nicht dir im speziellen und schon gar nicht euch im Allgemeinen: Ich bin so schrecklich einsam. Und keiner da, der das ändern darf.

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Der Schlüssel der Pandora
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Seit Wochen kein Wort gesprochen,
Sekunden werden zu Stunden
Anschreiben, mich melden.
Ich will es. so sehr.
Doch die Büchse der Pandora ist zu.
Sie trägt die Hoffnung in sich. Doch auch alles Schlechte meiner Welt.
Ich will wissen, wie es dir geht. Doch dich zu treffen, wird mein Verderben sein.
Egal, wie weit wir voneinander getrennt sind. In Gedanken trage ich dich bei mir.
Das muss reichen. Ich darf es dir nicht sagen, sonst ist es um mich Geschehen.

Ich stürze mich in meinen Untergang, zu groß ist die Versuchung.
Jedes Mal aufs Neue.

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14. Dezember: Schwermütig an manchen Tagen
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Durchhalten, warten auf Erfolg. Im Minutentakt den Kontostand prüfen, oder das Gayromeo-Postfach. Je nachdem, wo die Prioritäten liegen.
Hat man das eine, fehlt das andere. Oder man fühlt sich leer, weil alles fehlt.
An manchen Tagen ist man einfach etwas schwermütiger.
Hoffen, weiteratmen, weitermachen.

Heute im Dipolschen Adventskalender: “Broken” ein Musikvideo zum gleichnamigen Song von Lighthouse.

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Ich habe ein Mikrofon, bin betrunken und gestehe.
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Durch die Dunkelheit hallen meine Schritte, das Holz knarzt, als ich die Bühne betrete.
Es blendet auf, das Scheinwerferlicht, beleuchtet mich frontal.
Ich habe ein Mikrofon, bin betrunken und gestehe.

Macht doch was ihr wollt!
Es betrifft mich nicht, denke ich oft. Denn ich bin anders.
Nicht so wie ihr!
Ich kenne euch nicht und will eigentlich auch nichts mit euch zu tun haben.
Klar, ich mag Gesellschaft, am liebsten in starken Armen, in denen ich mich geborgen fühlen kann.
Aber ich bin überzeugt, dass ich mich mit keinem von euch so fühlen kann.
Lasst mich allein, denn ich bin allein!

Kein Applaus, nur Stille. Ist das Publikum anwesend?
Ich weiß nicht wohin, ich weiß nur: wenn ich jetzt hier stehen bleibe, komme ich nie mehr fort.

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Deine Stange halten
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Du willst nichts von mir, du rufst mich immer wieder an.
Du behandelst mich wie Dreck, du weißt mich ab.

Und genau das macht dich so verdammt interessant.

Dein Verhalten mir gegenüber bestätigt, immer wieder aufs neue:
ich habe es nicht anders verdient!

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Hoffnungslast
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Seht sie euch an, die zwei! Glücklich lecken sie sich gegenseitig den Hals, versenken ihre Zungen im Mund des anderen. Turteln wie Tauben, lecken wie Katzen, schlecken wie Hunde – und ganz bestimmt rammeln sie auch wie die Karnickel.

Seit Jahren, so scheint es, seid ihr schon zusammen. Unzertrennbar, ihr gehört einfach zueinander. Trifft man den einen, ist der andere nicht weit. Nicht nur in euren Köpfen hat sich schon dieses Band gebildet, das aus zwei Einzelnen eine Einheit geschnürt hat.

Dabei kenne ich den anderen gar nicht! Ich weiß nicht mal, wie er heißt. Vermutlich nennst du ihn ‘Schatz’. Was er macht, also beruflich, ist mir egal. Wie er es dir macht, im Bett, interessiert mich schon eher.

Ist er gut? Hat er es drauf? Ist er besser als ich? Mindestens gleich gut muss er sein, es hat dir ja damals schon sehr gut gefallen, mit mir. Charakterlich überlegen? Ausgeschlossen, niemals!

Bleibt also das Aussehen, der Schwanz. Baust du darauf eure Beziehung auf? Intellektuell ist er dir doch unterlegen, das verrät schon sein dümmlicher Blick auf diesem Foto da. Ihr wart zusammen auf einer der vielen Partys, und er, er knabbert dir lüstern am Ohr. Eklig.

Jedes Mal, wenn ich dein Profil anschaue, interessiert mich nur eins: der Beziehungsstatus. Im Gegensatz zu den Fotos jedoch bleibt er beharrlich auf “vergeben”.

Insgeheim hoffe ich, dass ihr euch endlich getrennt habt. Du verdienst es nicht glücklich zu sein. Denn warum sollte es dir besser gehen als mir?

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Di Politour
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Nach dem Ende meiner langjährigen Beziehung, blieb ich mit den Trümmern meiner Liebe zurück. Ich begann, die Überreste des Holzhauses zu entfernen, der kleinen warmen kuscheligen Blockhütte mit dem Herz in der Eingangstür, doch stolperte dabei immer wieder über ein bestimmtes Stück Holz, mit dem viele Erinnerungen verbunden waren.

Es war schön geformt und geschliefen – und konnte in seiner Pracht nur erhalten werden, wenn sorgsam damit umgegangen wurde und es auf eine bestimmte Art gehegt und gepflegt wurde. So etwas brauchte langjährige Erfahrung – ich war sehr froh, dass Er mir immer diese Arbeit abnahm.

Doch nun war ich wieder auf mich alleine gestellt. Ich suchte Ersatz, doch keiner wusste so gut damit umzugehen wie Er. Ich wusste allerdings: Er würde nie zurückkommen. Ich wusste auch: Die Enttäuschung war zu groß, um so etwas noch einmal erleben zu wollen.

Seither suche ich nur noch Männer, bei denen eine Sache gewiss ist: Mögen sie noch so gut aussehen, noch so charmant sein, noch so gut gebaut sein, noch so viel Geld haben.
Es muss von Anfang an klar sein, dass ich mich nie in sie verlieben könnte, mögen sie auch noch so gut meine Latte polieren.

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