«Dass er sein Leben nicht schon beendet, lag nicht an dem Rückhalt, den er bei seinen Freunden gefunden hatte. Nicht an seiner Familie, die ihm Trost und Kraft spendete. Nicht an den guten Erfahrungen, die sein Leben bisher lebenswert gemacht hatten. Nichts davon war der Grund, denn nichts davon existierte.
Es lag wohl wohl vielmehr daran, dass er, nach wie vor, fest daran glaubte, eines Tages die große Liebe zu finden. Er würde den Jungen seiner Träume treffen, sich in ihn verlieben und er sich in ihn, und dann würde endlich alles gut werden.
Denn was für den kleinen Jungen in diesem Moment, in den letzten Minuten des Jahres 2005, so wichtig und so grundlegend war, war nicht etwa die Tatsache, dass er schwul war. Nein, viel schlimmer war: Er war allein.»
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